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18. Mai 2026
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Alternative Antriebe: Bio-CNG und Bio-LNG legen weiter zu

Biomethan weiter deutlich vor E-Mobilität bei schweren Lkw

 

Emstek, 18. Mai 2026 | 2025 war erneut ein Rekordjahr beim Absatz von Biomethan als Kraftstoff in Deutschland. Aufgrund der aktuellen Marktbedingungen ist für 2026 ein weiterer Absatzanstieg zu erwarten. Die Schlagzeilen und politische Debatte bestimmen zwar E-Lkw sowie Wasserstoff, doch auf der Straße haben bei den alternativen Antrieben Bio-CNG und Bio-LNG die Nase vorn.

Insgesamt vervierfachte sich der Absatz von Biomethan an deutschen Tankstellen in den letzten fünf Jahren von 71.000 t auf 286.000 t im Jahr 2025. Dabei ist Bio-CNG (auf 200 bar komprimiertes Biomethan) weiterhin auf Wachstumskurs. Trotz der weiter schrumpfenden Pkw-Flotte stieg die 2025 vertankte Menge gegenüber dem Vorjahr um knapp zehn Prozent auf 110.000 t. Der Umstieg bei Lkw-Flotten auf den klimaneutralen Kraftstoff zeigt damit Wirkung und sorgt für das seit 2018 anhaltende Wachstum bei der Abgabe von Bio-CNG in Deutschland. Sprunghaft stieg in den letzten Jahren der Absatz von tiefkalt-verflüssigtem Bio-LNG; 2025 lag er bei 176.000 t. Hier zeigt sich die Substitution von fossilem LNG durch Bio-LNG. Der Gesamtabsatz von verflüssigtem Methan (LNG) ging jedoch im vergangenen Jahr leicht zurück.

Auch bei den Fahrzeugzahlen liegen die mit Bio-CNG und Bio-LNG angetriebenen Lkw weiterhin vorne: Die von der Deutschen Energieagentur initiierte Plattform Nachhaltiger Schwerlastverkehr weist auf Basis der offiziellen Bestandszahlen des Kraftfahrbundesamts (KBA) für den 31. Dezember 2025 deutlich über 5.000 schwere Lkw (N3) aus, die mit CNG oder LNG betrieben werden. Aufgrund der fehlenden Differenzierung der Antriebsarten beim KBA sind Einzelzahlen nicht verfügbar. Zum gleichen Stichtag sind laut bundeseigener Now GmbH in Deutschland gut 2.400 Elektro- und Wasserstoff-Lkw (N3) zugelassen.

Positive Aussichten durch hohe Dieselpreise

Die aktuellen Höhenflüge der Dieselpreise sorgen für einen deutlichen Nachfragezuwachs bei Bio-CNG und Bio-LNG als Kraftstoff für schwere Lkw. Gleich zwei Vorteile machen die Gas-Lkw wirtschaftlich attraktiv: Einerseits sind die Preise für Bio-CNG und Bio-LNG auch nach dem Angriff auf den Iran und die Sperrung der Straße von Hormus niedrig geblieben. Für Transportunternehmen kostet Biomethan deutlich unter einem Euro pro Kilogramm (netto); damit betragen die Kraftstoffkosten rund die Hälfte von Diesel. „Bio-CNG wird in Deutschland aus Abfall- und Reststoffen produziert und ist nicht mit internationalen Gashandelspreisen indiziert“, erklärt Achim Wiedey. Der Vertriebsleiter von OG Clean Fuels in Deutschland weiter: „Wie auch schon bei

der Vollinvasion der Ukraine bleibt auch bei der aktuellen fossilen Preiskrise unser Preis für Biomethan konstant niedrig.“ Andererseits sorgen Festpreise mit Laufzeiten von bis zu zehn Jahren für Kalkulationssicherheit bei den Transportunternehmen. „Viele Unternehmen merken gerade schmerzlich, dass punktuell niedrige Preise für Diesel selbst mit einem Sicherungswerkzeug wie dem Dieselfloater keine Basis für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung sind“, berichtet Wiedey.

OG Clean Fuels baut Marktführerschaft bei Bio-CNG aus

Die Strategie, gezielt die Bedürfnisse der Transportwirtschaft zu erfüllen, zahlt sich aus: „Zum Absatzanstieg bei Bio-CNG im letzten Jahr haben unsere Tankstellen überproportional beigetragen“, fasst der Vertriebs-Chef von OG zusammen. Die Lkw-Flotten würden den Absatz deutlich in die Höhe treiben – bei OG im Jahr 2025 auf rund 25.000 t Bio-CNG und damit rund ein Viertel mehr als im Vorjahr. Aufgrund der Zahlen im ersten Quartal 2026 und den geplanten Neueröffnungen von Tankstellen peilt er für das laufende Jahr um die 30.000 t an. Zwar bieten die Pkw-Hersteller seit Jahren keine CNG-Autos mehr an; folglich gehe der Absatz an diese Kundengruppe deutlich zurück. „Doch gleichzeitig stellen Transport- und Logistik-Unternehmen große Teile ihrer Lkw-Flotten von fossilem Diesel auf klimaneutrales Bio-CNG um. Statt einer Absatzdelle sehen wir daher steigende Abgabemengen“, erklärt Wiedey. Bei OG, dem deutschen Marktführer beim Betrieb von CNG-Tankstellen, würden mittlerweile rund zwei Drittel des Bio-CNG an die Transportwirtschaft verkauft; die meist privaten Pkw sorgten nur noch für etwa ein Drittel des Absatzes.

„Wir profitieren sowohl von unserem flächendeckenden Tankstellen-Netz für Bio-CNG als auch von der konsequenten Optimierung der Infrastruktur für schwere Lkw“, stellt Wiedey fest. „Unsere heutigen – auf Lkw ausgelegten – CNG-Tankstellen lassen sich nicht mehr mit dem vergleichen, was noch vor fünf Jahren üblich war. Damals war eine öffentliche Tankstelle mit einer Abgabe von 15 t pro Monat ein guter Standort. Heute haben wir die zehnfache Menge bei unseren Lkw-Tankstellen.“

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